BBB 2010

Ein Multimediaseminar für junge MedienmacherInnen, FotografInnen und FilmemacherInnen von 16 bis 26 Jahren
24. Juli bis 31. Juli 2010 im wannseeFORUM

wannseeFORUM Berlin und Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) mit freundlicher Unterstützung durch Alex, Offener Kanal Berlin


BilderBewegungBerlin_10,
“Wirklich real?!”
, das heißt:

  • eure eigenen Ideen zu Wirklichkeit und Fiktion filmisch und fotografisch zu verWIRKLICHen
  • Berlin als spannenden Schauplatz von Film, Geschichte und
    Kultur zu entdecken
  • interessante Filmorte und Leute aus der Medienbranche kennenzulernen
  • in kleinen Workshopgruppen von 6 bis 8 TeilnehmerInnen mit Medienprofis zu arbeiten
  • zusammen Medienprojekte zu entwickeln, umzusetzen und zu veröffentlichen
  • und natürlich den Sommer im wannseeFORUM und am Havelstrand zu genießen


Wirklich oder virtuell? Inszeniert oder authentisch?
Wahr oder gefälscht?

Beim Medienseminar „BilderBewegungBerlin_10“ drehte sich 2010 alles um Wirklichkeit und Fiktion:
Wie vermischen sich die „realen“ und „künstlich-virtuellen“ Wirklichkeiten in unserer digitalen Gesellschaft? Welche kreativen Möglichkeiten entstehen dabei für Fotografie und Film? Und welche neuen Perspektiven ergeben sich daraus für deine künstlerische Arbeit oder Berufswünsche im Medienbereich?


Reale Ereignisse und erfundene Geschichten, existierende Räume und fiktive Orte, lebendige Menschen und virtuelle Identitäten –  was ist „wirklich“, was simuliert?
Fotografie und Film spielen seit ihrer Erfindung mit dem Abbilden, Manipulieren und Erfinden neuer Welten. Durch Internet und digitale Techniken eröffnen sich ganz neue Spielfelder. Die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen.


Workshops/ Projektgruppen



Kurzfilm: Spielfilm – Filmspiel von der Schwarzblende bis zum Greenscreen

Der Workshop verbindet die vorgefundene Wirklichkeit mit szenischen und experimentellen Elementen. Mit Hilfe der Green-Screen-Technik (Personen und Gegenstände erscheinen vor neuen Hintergründen und Bildern) entstehen eigene Räume und Realitäten.
Die Teilnehmenden können thematische Schwerpunkte selbst entscheiden und entwickeln gemeinsam das Konzept zum Film.
Die Grenzen zwischen Musik-Video, Kurzfilm, Fake-Doku und Handy-Video werden aufgelöst. Technische Fertigkeiten im Umgang mit Kamera, Licht und Schnitt werden ebenso vermittelt wie gestalterische und dramaturgische Grundlagen.


Dozent: Sebastian Krügler ist freier Kameramann und Cutter, Mitglied von 89mm.minimum.movies und erfahrener Dozent von künstlerischen Werkstätten  (z.B. KJF-PreisträgerWorkshop 2006 “Von der Fotografie zum Film” oder BilderBewegungBerlin 2005, 2006, 2008, 2009)


Dokumentarfilm: Zwischen Fiktion und Wirklichkeit
Alles eine Frage des Blickwinkels? Wirklichkeit, Wahrheit?
Wann gibt ein Dokumentarfilm das tatsächlich Geschehene wieder?
Die Bandbreite des Dokufilms ist groß. Was ist der Unterschied zwischen einem journalistisch-wissenschaftlich recherchierten Dokumentarfilm oder einer DokuSoap, DokuDrama oder gar DokuFiction? Wie viel ist real oder in Wirklichkeit inszeniert? Wie lassen sich durch Kameraführung oder -ausschnitt Ereignisse authentisch darstellen oder manipulieren? Der Workshop untersucht Möglichkeiten und Mischformen des Dokumentarfilms und damit auch Grenzgebiete zwischen Authentizität, Wirklichkeit und Fiktion.


joerg_fotografiert platzhalter Dozent: Jörg Farys
ist Medienwissenschaftler und seit 2004 Leiter von ¨DIE.PROJEKTOREN – agentur für gestaltung und präentation”, seine Fachgebiete sind u.a. Filmdokumentationen, Trailer und Kurzfilme für das Internet. Als künstlerischer Dozent war er u.a. bei der BilderBewegungBerlin  2009 tätig.


Schwarzweiß-Fotografie: Schwarz auf Weiß und wahr
Die Fotografie gilt trotz ihrer Subjektivität und Manipulierbarkeit noch immer als klassisches Beweismittel, obwohl bereits die Aura einer Schwarzweiß-Fotografie den Betrachter in eine Richtung zu lenken beginnt, die den aktuellen Zeitbezug verlässt und vergangene Zeiten und eigene Erinnerungen mit der Gegenwart vermischt.
Die klassische Schwarzweiß-Fotografie bietet so auf besondere Weise die Möglichkeit, Inszenierungen losgelöst von Zeit und Raum zu schaffen. Durch spezielle Ausschnitte, Perspektiven und surreale Schatten könnt ihr in Bildern eine Atmosphäre erzeugen, in der bereits das Loch im zerfallenen Gartenzaun den Tatort dahinter beschreibt. Auch die verlassene Picknickdecke im Wald oder eilig verschwindende Passanten eröffnen klare Assoziationsrichtungen – während das ‘wahre’ Beweisfoto eines unaufgeräumten Zimmers ohne nummerierte Tatortschilder völlig gefahrlos wirkt. So werden wir in dieser Werkstatt die Mittel der Beweisfotografie untersuchen sowie die Möglichkeit, zeit- und raumlose Orte von allgemeiner Gültigkeit zu erschaffen. Daraus gestaltet ihr dann eure eigene fotografische Serie, die ihr auf Schwarzweiß-Film fotografiert, die Filme selbst entwickelt und die Abzüge von den entstandenen Bildern im Labor erstellt.


platzhalter Dozentin: Silke Krüger
ist seit dem Abschluss ihres Fotografiestudiums im Jahr 1999 als freiberufliche Fotografin in Berlin tätig.
Neben Arbeiten für Agenturen und andere Kunden schafft sie freie künstlerische Werke, in denen sie sich besonders mit den Möglichkeiten der klassischen Fotografie und Laborarbeit auseinandersetzt. Sie leitet regelmäßig künstlerische Seminare in verschiedenen Bereichen der Fotografie.


Foto-Imaging: virtuos virtuell
Die Fotografien, die uns heute täglich in den Massenmedien begegnen, scheinen Authentizität zu vermitteln. Und doch sind sie in ihrer Machart näher an Collagen oder Malerei angesiedelt, als an klassischen Fotografien, die ausschließlich durch den Druck auf den Auslöser zum richtigen Zeitpunkt entstehen: So wird zum Beispiel eine Autowerbung aus diversen Einzelfotos zusammengebaut und jeder Mensch, der auf einem Werbeplakat zu sehen ist, digital retuschiert, bis jede Hautpore verschwunden und ein künstliches Wesen entstanden ist, das wenig mit dem wirklichen Aussehen von Menschen gemein hat.
Dieser Zustand ist insofern problematisch als wir immer noch dahin tendieren, Fotografien als Abbild der Realität zu verstehen.
Im Alltag fällt es oft schwer auf der einen Seite die Werbebilder als Konstruktionen zu dechiffrieren und andererseits Nachrichtenbilder für wahr zu halten.
Gleichzeitig haben die digitalen Bildbearbeitungswerkzeuge aber auch tolle neue Möglichkeiten geschaffen, eigene Gedanken und Phantasien in fotografische Bilder zu übersetzen. Die berühmtesten künstlerischen Fotografen, wie Andreas Gursky oder Jeff Wall, erzeugen ihre Bilder durch geschickte digitale Montage.
Im Seminar wollen wir versuchen selbst Bilder mit Kamera und Computer zu (er-)finden, und unsere eigenen „virtuellen Welten“ entwickeln und bauen. Hierfür können ganz verschiedene fotografische Techniken eingesetzt werden:  klassische Collagen aus gefundenen Bildern, inszenierte Fotografien oder digital montierte Computerbilder.


platzhalter Dozentin: Christiane Feser
hat freie Fotografie studiert und arbeitet seit 2005 als Künstlerin an  Arbeiten, die sich mit dem Bedeutungswandel von Fotografie unter digitalen Bedingungen beschäftigen. Außerdem kuratiert sie Ausstellungen zum Thema und schreibt Texte über Fotografie. 2007 und 2009 leitete sie das Seminar „Digitale Wirklichkeit” des Deutschen Jugendfotopreises in Freiburg.


Veranstalter:
wannseeFORUM Berlin und Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF), Kooperationspartner: Alex, Offener Kanal Berlin


Seminarleitung

platzhalter Annette Ullrich
Jugendbildungsreferentin/
Dozentin für Neue Medien

wannseeFORUM

Wannseeheim für Jugendarbeit e.V.
Hohenzollernstraße 14 . 14109 Berlin
Telefon 030 – 806 80 19 . Fax 030 – 806 80 88
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