„Trial & Error? – Leben, Lernen und Arbeiten in vernetzten Welten“

Seminarangebot der außerschulischen politischen Bildung für Auszubildende/Schüler*innen/Studierende in erzieherischen Berufen: Unsere Welt wird immer smarter. Schon jetzt sind wir – das Smartphone in der Tasche – stets und überall vernetzt. Die Digitalisierung von Alltag und Zusammenleben schreitet so rasant voran, dass das Mithalten für Einzelne und Gesellschaft immer schwerer zu sein scheint. Der Umgang mit neuen Technologien und das Handeln in diesen vernetzten Welten wird dabei oft nebenbei – per schnellem Klick – durch Ausprobieren erlernt. Zeit, z.B. die AGBs der neusten App zu lesen oder in ihr steckende Interessenkonflikte und Probleme zu reflektieren, bleibt kaum. Dabei stehen mit vielen Fragen der Digitalisierung ganz grundsätzliche Werte, Standards oder Macht- und Verteilungsstrukturen schon mitten in Veränderungsprozessen. Wie wir heute und morgen leben, lernen und arbeiten wollen, fordert daher dringend eine intensive Auseinandersetzung mit Digitalisierung ein.

Auch für Erziehung und Erziehende steigen die Herausforderungen in einer Welt, in der Hard- und Software mit ihren Algorithmen immer stärker den Rahmen für Selbst- und Fremdbestimmung stecken. In unserem Seminar wollen wir daher neue Möglichkeiten ebenso wie Probleme ausloten, die durch Digitalisierung für Einzelne*n und Gesellschaft entstehen. Unsere eigene Mediennutzung ist dabei Ausgangspunkt für die kritische und bewusste Auseinandersetzung z.B. mit Wahrnehmung, Kommunikation und Handeln in vernetzten Welten. Vom Umgang mit Fake-Bildern und Hate Speech über Fragen nach Inklusion durch Digitalisierung bis zu Gestaltungsideen für die smarte Kita der Zukunft reicht dabei das Angebot von Themen, die beleuchtet werden sollen, um Strategien und Handlungsmöglichkeiten für das eigene Agieren mitnehmen zu können. Welches private und berufliche Selbstverständnis wollen wir in einer digitalen Gesellschaft entwickeln? Welche Rolle spielt vor dem Hintergrund unendlicher technischer Manipulationsmöglichkeiten z.B. die Fähigkeit, Bilder und ihre Inhalte lesen zu können? Verändert sich verbale Kommunikation und Bild-Sprache durch soziale Netzwerke und Bots, die sie maschinell befüllen? Wie soll Leben, Lernen und Arbeiten in einer Welt aussehen, in der – über das Smartphone hinaus – im Internet of things alles miteinander vernetzt ist? Und welche Gestaltungsentscheidungen zu Algorithmen und künstlicher Intelligenz müssen heute getroffen werden, damit die digitalisierte Gesellschaft ein lebenswertes, inklusives und demokratisches Zusammenleben ermöglicht?

Um diese und weitere Fragen, die über Austausch, Recherche, Diskussion und im eigenen praktischen Tun der Produktion von Medien entstehen, geht es im Seminar vom 10. bis 14.12.2018. Anknüpfungspunkt ist dabei immer der Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit mit dem Ziel, neue Perspektiven, Haltungen und Handlungsoptionen für das Agieren als mündige Mitgestalter*innen der digitalen Gesellschaft zu entwickeln.

Zur Methode
Die Auseinandersetzung mit dem Thema findet zum größten Teil in parallel arbeitenden Werkstätten statt. In jeder Werkstattgruppe von ca. 10 Teilnehmenden wird jeweils ein Schwerpunkt herausgefiltert, durch Eigenrecherchen vertieft und diskutiert.
Unterstützt werdet ihr dabei von Werkstattleiter*innen, die euch neue Einblicke in unterschiedliche inhaltliche Fragestellungen, in Techniken und Stilmittel sowie Tipps und Tricks aus ihrer Praxis geben. Zusammen mit ihnen erarbeitet ihr aus den gemeinsam entwickelten Erkenntnissen eigene Medienpodukte. Zur Auswahl stehen die Werkstät- ten: Inszenierte Lesung, Multimedia, Schwarz-Weiß-Fotografie und eine Maker- Werkstatt, in der ihr u.a. einfaches Programmieren ausprobieren könnt.

Arbeitsprinzipien im Seminar

  • Wochenseminar mit Übernachtungen
  • selbstverantwortliche Gestaltung
  • täglicher Plena und der Freizeit
  • intensive Auseinandersetzung mit dem Thema in Kleingruppen von ca. 10 Teilnehmenden
  • Umsetzung der Erkenntnisse in einem künstlerischen/journalistischen/technischen Medien-Produkt mit Hilfe von erfahrenen Dozent*innen
  • Abschlusspräsentation vor Gaäästen

Ziele der Kompetenzentwicklung

  • Handlungsorientiertes Lernen
  • Erarbeitung von Hintergrundwissen zu
  • Interessenlagen, -konflikten und Herausforderungen in Gesellschaft und Alltag durch Digitalisierung
  • Erkennen von Recherchemöglichkeiten • Arbeiten im Team / Teamfähigkeit
  • Training von Diskussionen und
  • Präsentationen
  • Medienkompetenzentwicklung
  • Förderung der sozialen Kompetenz

Mehr Infos als Download in der Seminarausschreibung als pdf (350kB)

Seminartermin: 10. bis 14.12.2018

Ansprechpartnerin: Annette Ullrich ullrich   wannseeforum.de

Das Seminar fand im Rahmen der Mitarbeit im Programm „Politische Jugendbildung im AdB“ in  der Projektgruppe „Digitale Medien und Demokratie“  statt

Die Stiftung wannseeFORUM ist anerkannter Täger der Bundeszentrale für politische Bildung.

Anerkannter Bildungstraeger_cmyk_gr

Foto: CC O, https://pixabay.com/de/bin%C3%A4r-bin%C3%A4rcode-smartphone-3725329/