„…die Freiheit nehm ich mir?“ – Seminar zum Wert der Freiheit


(Foto: Andi Weiland)

 

„Brot, Freiheit und Würde“ – 2011 füllte diese Forderung vieler Ägypter_innen den Tahrir-Platz. Der Platz wurde zum Symbol für den Arabischen Frühling und die Sehnsucht nach Freiheit. Deren Erfüllung scheint heute angesichts extremer Macht- und Interessenkonflikte entfernter denn je – in Syrien, in der Ukraine und in vielen anderen Ländern dieser Welt. Was aber ist Freiheit und wie lässt sie sich in einer Gesellschaft verankern und leben?

 

Die Frage nach der Freiheit ist auch hier aktuell und allgegenwärtig. Berlin hat spätestens seit 2013 durch das Flüchtlingscamp auf dem Oranienplatz und die aktuelle Flüchtlingssituation u.a. in der Gerhart-Hauptmann-Schule mehrere symbolträchtige Orte für die Frage nach der eigenen Freiheit und die der anderen. Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls stehen 2014 zudem Gedenkstätten und andere historische Orte im Fokus der Öffentlichkeit, wenn es um Freiheit geht. Als Stadt mit Einwohner_innen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen ist das Thema  auch im Alltag stets präsent. Wo gibt es Freiräume und wo die Anpassungspflicht an gesellschaftliche Normen. Bedeutet Freiheit für jede/n und überall das Gleiche? Welche Möglichkeiten hat der/die Einzelne, die Gruppe, die Gesellschaft Freiräume und deren Grenzen auszuhandeln und zu gestalten?

 

In diesem großen Themenfeld wollen wir uns mit konkreten und lebensnahen „Freiheits“-Fragen und -Aspekten auseinanderzusetzen:

Welche aktuellen Erkentnisse bringt die Auseinandersettung mit dem Fall der Mauer vor 25 Jahren heute für uns mit sich?
Welche Möglichkeiten hat der Einzelne, die Gruppe, die Gesellschaft Freiräume und deren Grenzen auszuhandeln und zu gestalten – z.B. durch demokratische Instrumente der Partizipation in der Stadtentwicklung Berlins? Welche Rolle spielt Freiheit in der multikulturellen Gesellschaft z.B. in der Kommunikation mit/durch  Musik?  Und wie begegnen wir dem Thema Flucht und Migration angsichts des Freiheitswunsches von Flüchtlingen und deren aktueller Situation in Berlin? Und welche Herausforderungen entstehen für die tägliche und strukturelle Ausgestaltung von Freiheit und Demokratie  angesichts des Freiheitswunsches von Flüchtlingen und ihrer aktuellen Situation in Berlin?

 

„Die Globalisierung gestalten kann nur, wer klare Wertvorstellungen jenseits des Wirtschaftlichen hat. Wir müssen uns darüber klar werden, wie wir Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen in Zeiten der Globalisierung sichern und fördern können.“, so Bundespräsident Johnnes Rau 2002 in der seiner Berliner Rede. Was aber bedeutet das für unser tägliches Handeln – privat und beruflich?

 

Im Seminar versuchen wir dieses Spannungsfeld aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten und eigene Positionen dazu mit verschiedenen Medien in Theater- bis zu Web 2.0-Werkstätten zu entwickeln und auszudrücken.