Held*innen des Internets

Fotografie-Werkstatt"Held*innen des Internets"

Bewusst im Internet agieren

Hilfsbereit, sozial, selbstbewusst, seine eigene Meinung sagen, nicht arrogant, tolerant, verantwortungsbewusst, lustig, lässig, fair …“ – so sollten Held*innen und Vorbilder sein. Gesammelt haben diese Eigenschaften Schüler*innen der Friedensburg-Oberschule aus der 8. und der 10. Klasse zum Einstieg ins Seminar „Held*innen des Internets“. Vom 7. bis 11. September 2015 ging es dabei um die Frage, was es heißt, auch im Internet als täglichem Aktionsraum „heldenhaft“ zu handeln, z.B. – off- und online – fair zu sein? Wie agiert man selbstbewusst, tolerant und verantwortungsbewusst im WorldWideWeb?
In den Werkstattgruppen „Video“, „Erklärfilm“ und „Digitalfotografie“ suchten die Jugendlichen gemeinsam nach Antworten und erstellten dazu eigene Medienproduktionen, um ihre Positionen und Meinungen zum Seminarthema filmisch und fotografisch auszudrücken.

Held*innen des Internets
Impressionen aus dem Seminar „Held*innen des Internets“
Immer online?

Immer online“  betitelten die Teilnehmenden der Werkstattgruppe „Erklärfilm“ ihren Antwortversuch zu Fragen und Ängsten von Eltern und Lehrer*innen bezüglich der Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen. Mit Zeichnungen und gesprochenen Texten erklären sie, was sie im WWW tun. Youtube und Facebook stehen im Ranking dabei ganz weit oben. Beim Erlernen und Ausprobieren der Stop-Motion-Technik gehen Jugendliche selbst einen Schritt in Richtung Medienkompetenzentwicklung und deren Nutzung für mündiges Handeln. In diesem Sinne ist der entstandene Erklärfilm auch ein Beitrag zum Umgang mit der Gefahr einer digitalen Spaltung in der Gesellschaft. Die Kluft, die durch unterschiedliches Wissen über Medien- und Internetnutzung zwischen Gruppen wie z.B. Eltern und Kindern besteht, ist ein gesellschaftspolitische Herausforderung. „Immer online“ ist diesbezüglich ein Beitrag für die konkrete Praxis der teilnehmenden Friedensburg-Oberchule, das alltägliche Nachdenken und Gespräch darüber von und zwischen Schüler*innen und ihren Eltern zu fördern.

Demokratisches Handeln im Alltag

Grundprinzipien demokratischen Zusammenlebens stehen auch hinter dem Problem Mobbing, mit dem Jugendliche in ihrem Alltag – off- wie online – konfrontiert sind. Auch die Videogruppe machte daher ein Tutorial zum Gegenstand ihres Filmerarbeitungsprozesses. Aus der inhaltlichen Diskussion zum analogen und digitalen Mutig-sein entwickelten sie gemeinsam ein Storyboard und setzten es zusammen um. „Mobbing auf Klassenfahrt“ schildert eine Problemsituation und gibt dann Tipps zum Umgang damit. Dazu gehört vor allem, das gemeinschaftliche Umfeld, d.h. Familie, Freund*innen, Lehrer*innen bis zur Hilfe durch die Polizei, aktiv bei der Lösung einzubeziehen, denn auch hier steckt hinter dem Problem eines/r Einzelnen eine gesellschaftliche Herausforderung: die des demokratischen Miteinanders.

Durch fotografische Entscheidungen Inhalte bestimmen

Wie sehen sich die jugendlichen Teilnehmenden selbst in der Mediendemokratie, in der mediale Superheld*innen als Fiktion in Filmen und digital „real“ als Youtuber*innen Teil ihres Alltags sind? In der Werkstattgruppe „Digitalfotografie“ experimentierten die Teilnehmenden mit Bild-Wahrnehmung, -produktion und -manipulation durch Technologien wie 3D und Bildbearbeitungssoftware. Durch welche Mittel konstruiert Fotografie Realitäten und vermittelt dadurch Sichtweisen, Meinungen und Inhalte? Von Experimenten mit Spiegeln bis zum Bau eigener 3D-Betrachtungskästen untersuchten die Teilnehmenden diese Fragen ganz praktisch und erarbeiteten daraus eine Multimedia-Ausstellung. Ausprobiert wurden dafür Möglichkeiten, inhaltliche Aussagen durch ganz bewusst getroffene fotografische Entscheidungen von Bildausschnitt bis Aufnahmewinkel zu bestimmen oder durch Bildbearbeitung zu beeinflussen.

Alltäglich „heldenhaft“

Hier wie in den anderen beiden Werkstattgruppen zielte die Eigenproduktion von Medien auch auf den kritischen Umgang mit diesen. Über die handlungsorientierte Vermittlung von Wissen und Kompetenzen sollen die Teilnehmenden zu mündigem Agieren im und Mitgestalten des gesellschaftlichen Handlungsraums Internet motiviert und befähigt werden – durch Mediennutzung und -gestaltung. Held*innen und Vorbilder dienten dabei als Ansatzpunkt, alltägliches faires, selbstbestimmtes und verantwortungsvolles Handeln einzuüben und die Jugendlichen bezüglich medialer Selbst- und Fremdbestimmung als Nutzer*innen und Produzent*innen von digitalem Content zu stärken.

Im Seminar konnten die Teilnehmenden diesbezüglich auch durch den unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsstand der teilnehmenden Acht- und Zehnt-Klässler*innen voneinander profitieren. Die Teilnahme älterer Jugendlicher aus den Kursen „Medien und Kommunikation“ der Friedensburg-Oberschule, die zudem bereits in Vorjahren ein wannseeFORUM-Seminar besucht haben, ist inzwischen eine Tradition in der gemeinsamen kontinuierlichen Zusammenarbeit. Auch für 2016 ist ein nächstes Seminar im Fachbereich „Neue Medien“ geplant.