Internationales Theater- und Tanzprojekt mit Jugendlichen aus Polen, Deutschland und Mazedonien

Würdest du für dein Land sterben? 3

Mit der Familie/Freunden in den Urlaub fahren oder einfach nur faulenzen und ausschlafen – das mag für viele junge Leute nach dem perfekten Plan für die Herbstferien klingen. Nicht so für 31 Jugendliche aus Deutschland, Polen und Mazedonien, die sich zwischen dem 5.-13. Oktober 2013 im wannseeFORUM trafen und innerhalb des internationalen Theater- und Tanzprojektes “Dreiklang” eigene Stücke und Performances entwickelten. Ein buntes Rahmenprogramm, wie etwa die (touristischen & alternativen) Exkursionen durch Berlin, der Besuch eines HipHop-Tanzstückes sowie die gemeinsamen Freizeitaktivitäten im Haus, sorgte gleichzeitig für Entspannung.Liebe im Krieg
Ausgangspunkt der kreativen Arbeit in den vier Workshops waren lyrische Texte aus der ganzen Welt. Den größten Anklang bei den meisten Teilnehmenden fand vor allem das Gedicht „Do prostego człowieka“ (An den einfachen Menschen) von Julian Tuwim. Dieses wurde in den zwei Theaterwerkstätten als auch in dem Tanzworkshop thematisch aufgegriffen. Motive aus dem Text, der für Frieden plädiert und gleichzeitig die Instrumentalisierung der Massen während des Krieges kritisiert, wurde dann allerdings aus ganz verschiedenen Perspektiven künstlerisch umgesetzt: Während der Präsentation der Ergebnisse vor Publikum wurde so nach der Aufforderung „Du musst für dein Land kämpfen!“ die Frage „Würdest du für dein Land sterben?“ mit einem klaren Nein beantwortet.

In der Musiktheater-Werkstatt dagegen – vom diesigen Wetter wohl inspiriert – entschieden sich die Jugendlichen für Charles Baudelaire´s „Le Vampire“ (Der Vampir) und erarbeiteten ein gruseliges, romantisches und zugleich tragisches Musical. Eine schaurige Kulisse, groteske Kostümierung sowie „vampirisches“ Make-up sorgten bei der Aufführung dafür, dass den Gästen die Haare zu Berge standen. Was sie allerdings nicht daran hinderte, am Ende der Präsentation die Leistung der jungen Darsteller_innen mit einem kräftigen Applaus zu würdigen.

Nachdem der Erfolg voll ausgekostet wurde, war es leider an der Zeit, Abschied zu nehmen – aber auch Pläne für ein baldiges Wiedersehen zu schmieden!

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