Heute nachdenken über das Morgen – ein Seminarangebot

#wsfPA15 Pfingstakademie Jugendbeteiligung

Seminarangebot für Auszubildende zum Thema
„Wie wir leben wollen“ – Zukunftsszenarien:  Heute das Morgen denken

14. bis 18.Dezember 2015
Globalisierung und Technikentwicklung haben unsere Welt verändert. So ist z.B. Facebook aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, aber in Deutschland gerade mal acht Jahre alt. Verbunden mit der Social Media Plattform sind neue Möglichkeiten der Kommunikation und individuelle Freiheiten, aber auch Grundfragen zu Privatheit und Datenschutz und damit zu gesellschaftlichen Vereinbarungen über Freiräume und deren Grenzen. Wie werden unsere Spielregeln und unser Verhalten in 10 Jahren aussehen – im digitalen Bereich und allen anderen Lebensfragen? Die Zukunft scheint uns immer schneller entgegen zu eilen – ob gesellschaftlich oder privat. Wie wird unser Zusammenleben in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aussehen?
Wie wir leben wollen, hängt auch von unserem aktuellen Handeln ab. Welche Rolle spielt bei unserem täglichen Tun die Frage nach der Freiheit des/der Einzelnen und deren Grenzen durch das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft? Die aktuelle weltweite Situation von Kriegen, Krisen und damit verbundener Migration stellt uns hier und heute vor viele Fragen, mit deren Umgang die nahe und weiter entfernte Zukunft verbunden ist. Gibt es trotz ständigen Handlungsdrucks durch tagespolitisches Geschehen und eigenen Alltagsstress noch Zeit, über Vorstellungen von Zukunft nachzudenken? Welche Rolle spielen Utopien?

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ (Helmut Schmidt) – oder heute die Zeit nutzen, um in den immer schneller werdenden Entwicklungs- und Veränderungsprozessen zukünftig handlungsfähig zu sein. Oft wird – wie im Helmut Schmidts Zitat – utopisches Denken negativ besetzt und mit Begriffen wie „unrealistisch“ und „träumerisch“ verbunden.   Ohne Vorstellungen von Zukunftsszenarien und Alternativen für das eigene und das gemeinschaftliche Leben aber scheint ein Morgen nicht gestaltbar. Schon 1516 entwarf Thomas Morus mit „Utopia“ eine Parallelwelt, in der Vorstellungen eines friedlichen und gerechten Zusammenlebens Wirklichkeit werden. Wie sieht unsere Vorstellung davon heute aus?

Wir leben in einem demokratischen Gemeinwesen, in dem globale Entwicklungen das Aushandeln neuer oder veränderter gesellschaftlicher Übereinkünfte einfordern. Integration, Diversity und Inklusion sind viel diskutierte Themen, die dies widerspiegeln. Was aber bedeuten Normalität und Diversity in der Einwanderungsgesellschaft? Wie kann ein Gemeinwesen, das laut Zukunftsforscher Matthias Horx durch Megatrends wie Individualisierung geprägt ist, noch solidarisch wirken?

Bilder, die durch klassische und neue Medien vermittelt werden, bestimmen in hohem Maße unsere Sicht auf „Normalität“ und spielen einen entscheidenden Beitrag beim Entstehen von und Umgang mit Klischees, Stereotypen und Vorurteilen. Sie beeinflussen stark gesellschaftliche Debatten wie z.B. zu Flucht und Migration, zu Ex- oder Inklusion und prägen damit Werteverständnisse. Verändern z.B. YouTube und YouNow Meinungsbildung und daraus entstehende Positionen und Handlungsweisen? Wie ist mit ihnen und ihren User*innen eine Erziehung zu demokratischem Agieren möglich?

Das Seminar sucht im großen Spannungsfeld der Vielzahl offener gesellschaftlicher Fragen nach unterschiedlichen Blickwinkeln, Fragen und Antworten zum aktuellen und zukünftigen Zusammenleben. Anknüpfungspunkt ist dabei immer der Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit mit dem Ziel, neue Perspektiven, Haltungen und Handlungsoptionen für das eigene Agieren als mündige Mitgestalter*innen von Gesellschaft zu entwickeln – im On- und Offline-Bereich, heute, morgen, übermorgen.

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Titelfoto auf dieser Seite: Andi Weiland