Wie können Jugendbildungsstätten kritisches Denken fördern und junge Menschen in ihrer demokratischen Teilhabe stärken? Beim Educational Forum (Bildungsforum) 2026 in Serbien tauschten sich Fachkräfte des Quality-Label-Netzwerks des Europarats über Methoden, pädagogische Ansätze und internationale Kooperationen aus.
Kritisches Denken stärken: Educational Forum 2026 in Serbien
Wie können Jugendbildungsstätten kritisches Denken fördern und junge Menschen in ihrer demokratischen Teilhabe stärken? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das diesjährige Educational Forum des Quality-Label-Netzwerks des Europarats für Jugendbildungsstätten. Vom 20. bis 25. September 2026 kamen Fachkräfte im Eco-Center Radulovački in Serbien zusammen, um theoretische Ansätze kennenzulernen, Methoden auszuprobieren und Erfahrungen aus ihrer pädagogischen Praxis auszutauschen.
Kritisches Denken in Theorie und Praxis
Den inhaltlichen Schwerpunkt bildete die Frage, wie kritisches Denken in der Jugendarbeit vermittelt und gestärkt werden kann. Gemeinsam mit Leen Bisschop von der Odisee University College Brussels setzten sich die Teilnehmenden mit theoretischen Grundlagen auseinander und erprobten diese in praktischen Übungen.
Dabei wurde kritisches Denken auch im Zusammenhang mit konkreten gesellschaftlichen Themen betrachtet. Ein Schwerpunkt lag auf Jugend, Geschlecht und Liebe. Das Forum bot Raum, unterschiedliche pädagogische Zugänge kennenzulernen und die eigene Arbeit mit jungen Menschen zu reflektieren.
Best Practice: Wie „Real or Reel“ entstanden ist
Auch die Stiftung wannseeFORUM brachte ihre Erfahrungen in das internationale Forum ein. Gemeinsam mit .zptm (Kooperationspartner aus Slowenien, Brežice) stellte sie in einem Best-Practice-Beitrag die Entstehung des Projekts „Real or Reel“ vor.
Der Beitrag gab Einblicke in die gemeinsame Projektentwicklung und zeigte, wie Kooperationen zwischen Partnerorganisationen neue Ansätze für die Bildungsarbeit ermöglichen. Der Austausch über die Entstehung des Projekts bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, Erfahrungen aus der Zusammenarbeit kennenzulernen und Impulse für ihre eigene pädagogische Praxis mitzunehmen und zukünftige Zusammenarbeit zwischen den Jugendbildungsstätten im Netzwerk anzuregen.
Erfahrungen teilen und neue Perspektiven kennenlernen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Forums war der Austausch bewährter Methoden aus den Jugendbildungsstätten des Quality-Label-Netzwerks. Die Teilnehmenden stellten ihre Ansätze vor, teilten Erfahrungen aus ihrer Arbeit und diskutierten Möglichkeiten, kritisches Denken in der pädagogischen Praxis zu fördern.
Auch die Besuche vor Ort eröffneten neue Perspektiven: Im Eco-Center Radulovački beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Zusammenhängen von kritischem Denken, Natur und demokratischen Prozessen. Ein weiterer Besuch führte uns in die Jugendbildungsstätte CK13 in Novi Sad und ermöglichte Einblicke in die Arbeit einer weiteren Einrichtung.
Gemeinsam weiterdenken
Zum Abschluss standen die gemeinsame Reflexion, offene Fragen und die Entwicklung möglicher Folgeaktivitäten im Mittelpunkt. In einer Open-Space-Phase konnten die Teilnehmenden Themen vertiefen und gemeinsame Initiativen für die weitere Zusammenarbeit entwickeln. Persönliche Aktionspläne unterstützten sie dabei, Erkenntnisse aus dem Forum in ihre eigene Arbeit mitzunehmen.
Das Educational Forum bot einen wichtigen Rahmen für internationalen fachlichen Austausch. Durch das Teilen von Erfahrungen, das Kennenlernen unterschiedlicher Ansätze und die Vorstellung gemeinsamer Projekte entstehen neue Impulse für eine Jugendarbeit, die kritisches Denken stärkt und demokratische Prozesse fördert.
Als Teil des Quality-Label-Netzwerks des Europarats trägt das Educational Forum dazu bei, die Qualität der Jugendarbeit weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Jugendbildungsstätten über Ländergrenzen hinweg zu stärken.