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Bericht des Vorstands

Jahresbericht 2025 • Kapitel 01

Bericht des Vorstands

Rückblick auf die Arbeit des Vorstands in 2025

Bildungsarbeit in der Tradition der re-education

Portraits des Vorstands der Stiftung 2025/2026
v.l.n.r.: Dr. Barbara Schöler-Macher, Meinhard Jacobs, Barbara Kühn (1. Vorstandsvorsitzende), Clemens Mücke, Rita Eichelkraut (2. Vorstandsvorsitzende)

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Das Jahr 2025 hatte es weltpolitisch in sich. Im Fokus der Nachrichten, die uns tagtäglich erreichten, standen neben der Krise der liberalen, auf Rechtsstaatlichkeit fußenden Demokratien, die zunehmend durch autoritäre Politiken und totalitäre Tendenzen in Bedrängnis geraten auch Hass und Gewalt im Netz. Im realen Leben sind wir mit Kriegen in Europa und im Nahen Osten konfrontiert. Eine abnehmende Bedeutung von Klimaschutz bis hin zur Leugnung des Klimawandels in der aktuellen Politik ist allgegenwertig. Die steigende Akzeptanz rechtspopulistischer Positionen bis in die gesellschaftliche Mitte und gerade auch bei Jugendlichen ist äußerst besorgnisergend. Dies alles wird begleitet durch Dauererregung, Empörung und Angst verstärkende Algorithmen in den digitalen Medien. Wie kann sich eine Demokratie angesichts dieser allseitigen Angriffe und multipler Krisen in der Welt bewähren? Und wie kann – dies ist die für unsere Arbeit leitende Frage außerschulische politische und kulturelle Bildungsarbeit die aktuell bedrohte Demokratie stärken und zu ihrer Widerstandsfähigkeit beitragen?

Der Weg in unser Haus führt vorbei an einer Tafel, die an die Gründung des Wannseeheims für Jugendarbeit vor mehr als 75 Jahren erinnert. Das wannseeFORUM existiert, weil die Amerikaner:innen nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges und 12 Jahren Diktatur in Deutschland erkannt hatten, dass Jugendliche, die den Nationalsozialismus er- und überlebt hatten, dringend einen Ort für ihren Gedanken- und Erfahrungsaustausch haben sollen. Dieser Ort wurde unabhängig von Parteien, Verbänden, Kirchen oder anderen Interessengruppen gegründet mit dem Ziel der re-education.

Auch nach mehr als 70 Jahren gibt es diesen Ort für Bildung in Wannsee, der allen jungen Menschen offen steht. Er ist unverzichtbar, weil hier Jugendliche außerhalb von Schule und Elternhaus Selbstwirksamkeit erfahren können. Sie lernen Konflikte auszutragen, ohne Menschen mit anderen Meinungen als Feind:innen zu betrachten. Sie können ihre Gedanken und Zukunftsängste mit anderen austauschen und reflektieren. Junge Menschen lernen Zusammenhänge zu erkennen, aktiv und kreativ zu werden und die Zukunft wie auch die Demokratie als gestaltbaren Raum wahrzunehmen.

Unser Engagement als Vorstand ist darauf gerichtet, verlässliche Rahmenbedingungen für diese wertvolle Arbeit zu gewährleisten. Damit tragen wir dazu bei, dass Jugendliche im wannseeFORUM die ermutigende Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Solidarität und Toleranz machen können. So unterstützte der Vorstand im Jahr 2025 ein arbeitsintensives und umfangreiches Projekt „die neue barrierefreie Webseite des wsF“. Dank des großen Engagements unserer Mitarbeitenden wurde dieses Projekt erfolgreich umgesetzt.

Darüber hinaus beschäftigten wir uns im Zuge einer Nachbereitung des Qualitätsberichts und Zertifikats des Europarats intensiv mit einzelnen Aspekten von Qualitätsentwicklung wie der Formulierung und Überprüfung von Jahreszielen, der Realisierung von „mehr Inklusion“ (Siehe Artikel in diesem Jahresbericht). Eine Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit (Newsletter) sowie der Austausch mit dem pädagogischen Team zu Methoden der Evaluation von Bildungsarbeit bildeten einen weiteren Schwerpunkt unserer Vorstandsarbeit. Unsere Qualitäts-AG hat, in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium, hat damit begonnen, einen Leitbild- und Qualitätsprozess zu planen. Gemeinsam wollen wir uns mit allen Beschäftigten über Ziele und Qualitätsverbesserungen in allen Bereichen des WannseeFORUMs zu verständigen.

Eine Ausnahmeaufgabe hatten wir zu bewältigen, die für uns mit erstaunlichem Lernzuwachs verbunden war: Ein großzügiger Spender hatte der Stiftung einen mittleren sechstelligen Geldbetrag als Zustiftung vermacht . Wir wissen jetzt, was bei der Anlage einer Zustiftung alles zu beachten ist, und können berichten, dass dies uns geglückt ist.

Die hier skizzierten Aufgaben und Themen konnten nur auf der Grundlage einer vertrauensvollen, kreativen und konstruktiven Zusammenarbeit mit Nicole Hasenjäger und Dr. Roman Fröhlich, unserer Hausleitung, gedeihen und zum Erfolg geführt werden. Hierfür bedanken wir uns ausdrücklich bei ihnen wie auch bei allen Mitarbeitenden, die mit Engagement und Ideen im Jahr 2025 zur erfolgreichen Arbeit der Stiftung beigetragen haben.

Vorstand der Stiftung wannseeFORUM

Barbara Kühn – Rita Eichelkraut – Meinhard Jacobs – Clemens Mücke – Dr. Barbara Schöler-Macher