„Das Spiel ist die höchste Form der Forschung“ – so Albert Einstein, der damit treffend beschreibt, was auch handlungsorientiertes Lernen anstrebt: spielerisch Kreativität zu wecken, neue Perspektiven zu eröffnen und so entdeckendes Lernen zu ermöglichen.
In diesem Sinne tauchten am 17. und 18. Juli 2025 in der jumblr-Praxisqualifizierung „Spielräume entdecken“ pädagogische Fachkräfte aus Brandenburg und Berlin gemeinsam in die Welt des Spielens ein.
Gemeinsam Spielräume entdecken
Papierflieger wetteiferten mit KI-generierten Bildern, Brettspiel-Klassiker trafen auf innovative Spielideen: im Kooperationsprojekt von lmb und wannseeFORUM erlebten die Teilnehmenden ein abwechslungsreiches Programm, bei dem sie Schritt für Schritt von Teilnehmer:innen zu mitgestaltenden Teilgebenden wurden. Die vorgestellten Spiele reichten vom kurzen Aufwärmspiel über Kartenspiele bis hin zu komplexen Spielabläufen. Ob drinnen, draußen oder digital: alle Spielarten wurden nicht nur präsentiert, sondern vor allem ausprobiert – und immer stand die Frage im Raum: Wie lassen sich diese Ansätze direkt in der (medien-)pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen umsetzen?

Tag 1: Inputs und Inspiration
Am ersten Tag standen Inputs von Annette Ullrich (wannseeFORUM) und Isgard Walla (lmb e.V.) im Mittelpunkt: einerseits zu den allgemeinen Lernpotenzialen von Spielen und den „Reglern“, die ein Spiel bestimmen, andererseits zu digitalen Spielformaten wie jumblr-Tours, einer Spiele-App für die Brandenburger Jugendarbeit, die eine spielerische Auseinandersetzung mit Themen wie Nachhaltigkeit oder Künstliche Intelligenz ermöglicht. Ergänzt wurde dies durch spielerische Formen des Erprobens und Reflektierens von KI im wannseeFORUM.

Tag 2: Austausch und gemeinsames Lernen
Der zweite Tag stellte in Barcamp-Form den Austausch untereinander und das spielerische Lernen voneinander in den Mittelpunkt. Ein digitales Begleitpad dokumentierte alle Spiele und Methoden, sodass die Inhalte über den Workshop hinaus weiter genutzt werden können. Die Mischung aus aktiven Methoden, praxisnahen Übungen sowie offener Diskussion und Reflexion sorgte dafür, dass alle Teilnehmenden mit einem prall gefüllten Methodenkoffer und frischer Motivation nach Hause gingen.

Spiele als Lerninstrumente reflektieren
In der außerschulischen kulturellen und politischen Jugendbildung spielen freies Spiel und spielerische Methoden eine zentrale Rolle. Ob in analoger Form – etwa als Karten- oder Brettspiel – oder in digitalen Spielformen: Sie eröffnen Zugänge zu Lernzielen wie Teambuilding, Inspiration für kreatives Arbeiten, handlungsorientiertes Erproben und Wissensvermittlung – und das immer verbunden mit Spaß. Besprochen wurde daher jeweils konkrete Einsatzmöglichkeiten in der praktischen Bildungsarbeit.

Freiräume und Regeln
Durch Spiel entstehen Freiräume für vielfältige Lernformen, die Kreativität fördern und neue Perspektiven ermöglichen. Gleichzeitig schaffen Spiele einen Rahmen aus klaren Regeln, deren Einhaltung und Reflexion nicht nur im Spiel selbst, sondern auch als Sinnbild für gesellschaftliche Prozesse und individuelle Verantwortung verstanden werden können.
Auch die Spielentwicklung selbst kann zur Methode für die inhaltliche Auseinandersetzung werden. So konnten auch von Jugendlichen im wannseeFORUM entwickelte Spiele ausprobiert werden. Auch möglichkeiten für Spielentwicklungsworkshops für Jugendliche wurden besprochen.

Weiterspielen
Weiterspielen
In der Fülle des Spielangebots und der damit verbundenen Lernpotenziale verflog die Zeit und wuchs der Wunsch nach weiteren Fortbildungen zum Thema, denn „Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann.“ (Jacques-Yves Cousteau)

