„Wie lassen sich Informationen so gestalten, dass wirklich alle etwas damit anfangen können?“, fragten sich Mitarbeitende mit der Perspektive von Verwaltung, Pädagogik, Hauswirtschaft, Haustechnik, und jugendBEIRAT in einer Fortbildung im November.
Barrierefreiheit als gemeinsame Aufgabe
Der Tagesworkshops „Alle sind willkommen. Informationen für alle verständlich machen“ war Teil des Entwicklungsprozesses des wannseeforumus zu einem inklusiven Lernort.
Im Rahmen des AdB-Projekts „SPREAD – Sensibilisierung, Politische Bildung, Reflexion, Empowerment, Ableismus-Dekonstruktion“ ging es um inklusivere und multimediale Kommunikationsmöglichkeiten.
Ziel war es, Barrierefreiheit nicht nur als abstraktes Prinzip zu diskutieren, sondern sie konkret im Alltag einer Bildungsstätte mitzudenken. Der Workshop verband fachlichen Input mit praktischer Arbeit. In der gemeinsamen Auseinandersetzung ging es zunächst um die gesellschaftliche Bedeutung von Barrierefreiheit und um die Frage, warum sie weit über sichtbare Einschränkungen hinaus relevant ist. Besonders nicht sichtbare und mehrfache Beeinträchtigungen rückten dabei in den Fokus. Der intersektionale Blick macht deutlich, dass Menschen oft nicht nur eine, sondern mehrere Formen von Benachteiligung gleichzeitig erfahren, zum Beispiel durch Beeinträchtigungen, Herkunft, Geschlecht oder Alter. Diese Überschneidungen wurden im Workshop bewusst thematisiert und bei der Ideensuche mitgedacht.
Schnell wurde klar: Barrierefreiheit ist kein „Extra“ für wenige, sondern ein Gewinn für alle.
Praktisch statt theoretisch
Im praktischen Teil wurde ausprobiert, wie Informationen verständlicher und zugänglicher gestaltet werden können. In Übungen zu Icons, zur Überarbeitung von Informationstexten sowie zu Video-, Audio- und KI-Anwendungen entwickelten die Teilnehmenden Ideen für inklusives Infodesign direkt vor Ort.
Zentrale Erkenntnisse waren dabei: klare, gesprochene Sprache hilft beim Verstehen, Bilder und Symbole eröffnen zusätzliche Zugänge und digitale Medien verlieren ihren Schrecken, wenn man sie selbst praktisch erprobt.
Viele Blickwinkel, viele Ideen
Der Austausch war vielstimmig und engagiert. Unterschiedliche berufliche Perspektiven bereicherten die Diskussion. Immer wieder tauchten zentrale Fragen auf: Wie lassen sich Barrieren professionell und zugleich bezahlbar abbauen?
Am Ende standen viele konkrete Ansätze für den weiteren Abbau von Barrieren: von neuen Informationsformaten bis zu kleinen, sofort umsetzbaren Veränderungen im Arbeitsalltag.
Die Erfahrung zeigt: Wenn Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen kreativ zusammenarbeiten, wächst die Sensibilität für Ableismus und der Wunsch, Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken.
Wissen teilen, Wandel ermöglichen
Damit die Erfahrungen aus dem Workshop weiterwirken, wurden OER-Materialien entwickelt (frei verfügbare Lern- und Arbeitsmaterialien/Open Educational Resources). Sie können von anderen Teams oder Einrichtungen für eigene Workshops genutzt werden.
Im wannseeFORUM panen wir 2026 einen Folgeworkshop, um Entstandes weiterentwickeln zu können.

